6 VORURTEILE ÜBER YOGA

Ganz oft höre ich: „Yoga ist nichts für mich, dafür bin ich zu ungelenkig“ oder „Yoga? Da steht man doch auf dem Kopf!“. Beliebt ist auch: „Yoga ist langweilig, sitzt man da nicht die ganze Zeit und meditiert?“, „Yoga ist nur etwas für Frauen oder Ökofreaks!“ und so weiter. Die Vorurteile über Yoga halten sich trotz Yoga Boom hartnäckig. Tatsache ist, dass nichts davon stimmt!

Mit einigen dieser Yoga Mythen möchte ich nun hier aufräumen:

1) Yoga IST NUR ETWAS für GELENKIGE MENSCHEN … ODER DOCH FÜR JEDEN?
Jeder Mensch kann Yoga praktizieren, egal wie die körperliche oder geistige Verfassung ist. Egal ob wir unbeweglich oder akrobatisch sind, egal ob schlank oder füllig, egal ob entspannt oder gestresst … der Yoga passt sich an die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen an. D.h. gerade wenn man ungelenkig, unsportlich etc. fühlt, sollte man zum Yoga gehen, um den möglicherweise daraus folgenden Erkrankungen entgegen zu wirken.
Sri T. Krishnamacharya, ein bekannter indischer Heiler und Yogi sagte: "Jeder Mensch kann Yoga üben, solange er atmen kann“.

2) YOGA UND DER KOPFSTAND
Der Kopfstand (Sirsasana) ist eine wunderbare Übung für fortgeschrittene Yogis und wird, aufgrund seiner Wirkung, oft als eine der wichtigsten Yogastellungen bezeichnet. Es wird aber nicht immer und in jeder Yogastunde der Kopfstand gemacht. Anfänger sollten erst nach dem Beherrschen der anderen Stellungen und unter Anleitung eines erfahrenen Yogalehrers mit dem Üben des Kopfstandes beginnen. Jeder Mensch kann lernen auf dem Kopf zu stehen, aber nicht jeder „muss“ es. Jeder Yogi kann eigenverantwortlich entscheiden, ob er in seiner aktuellen Verfassung eine Übung durchführen möchte oder es lieber bleiben lässt, denn „Im Yoga geht es nicht darum, auf dem Kopf zu stehen, sondern fest auf den eigenen Füßen“(Desikachar).

3) YOGA, LANGEWEILE UND MEDITATION


Wer behauptet „im Yoga sitzt man nur herum und meditiert“ war noch nie im Yoga. Egal welcher Yogastil in einer Yogastunde praktiziert wird - es gibt natürlich Yogastile, die ruhiger ablaufen - langweilig wird Yoga niemals sein. In einer Yogastunde findet man keine wummernden Bässe wie im Fitnesscenter. Denn Yoga bedeutet sich zu konzentrieren auf sich selbst, auf das richtige Einnehmen der Yogastellungen, auf die Atmung. Darum sind viele Yogahaltungen eine große Herausforderung, auf sich selbst fokussiert zu bleiben, den Atem nicht anzuhalten, auch wenn es gerade sehr anstrengend ist, nicht auf die Matte nebenan zu schauen, ob der Yogi daneben es besser, schlechter, leichter kann…

4) YOGA - EIN SPORT FÜR FRAUEN?
Tatsächlich ist es so, dass fast 80% meiner Kursteilnehmer Frauen sind. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Yoga reine Männerdomäne, denn Yoga wurde ausschließlich von Männer gelehrt und ausgeübt. Frauen wie Indra Devi haben zum Glück den Weg dafür geebnet, dass wir Frauen regelmässig die Yogamatte ausrollen dürfen. Ich denke Frauen denken intensiver über ihr Wohlbefinden und über Gesundheit nach, vielleicht bringt sie das öfter auf die Yogamatte. Das Red Bulletin Magazin hat einen interessanten Artikel über Männer und ihren Zugang zum Yoga geschrieben. „7 Gründe, warum Männer Yoga machen sollten“ https://www.redbulletin.com/int/de/sports/7-grunde-warum-manner-yoga-machen-sollten

5) YOGA UND ÖKOFREAKS
Ein nachhaltiger Lebensstil und eine bewusste Ernährung machen uns nicht zu Yogis und auch nicht zu Ökofreaks. Ökologisches Denken spielt allerdings eine große Rolle im „Yoga Business“. Es gibt ökologische Yogabekleidung, nachhaltig produzierte Yogamatten und Accessoires, für Alle, die darauf Wert legen.
Wer jedoch tiefer in die Philosophie des Yoga eintaucht, wird feststellen, dass es hier eine Reihe von ethischen Empfehlungen und Richtlinien (Yamas & Niyamas) gibt, um ein sinnvolles Leben zu führen. Diese Ratschläge helfen mit sich und dem Leben in Einklang zu kommen, verhelfen zu einer friedvollen Einstellung zu sich selbst und zur Außenwelt, sie entschleunigen den Alltag und führen zu einem gesunden Lebensstil.

6) YOGA IST „IN“
Jede/r, die/der etwas auf sich hält geht in einen Yogakurs, um im „Baum“ zu balancieren oder im Sonnengruß von einer Position in die nächste zu fließen. Yoga ist zwar derzeit tatsächlich ein Trend, aber weitaus älter als vermutet. Die Yoga Philosophie entstand vor ca. 5.000 Jahren in Indien, der körperliche Aspekt kam etwas später dazu. 
Der Yoga hat immer wieder andere Kulturen beeinflusst

Was hat eine solche alte Tradition für die Zukunft zu sagen? Ich meine: sehr viel. Für die vielen Probleme, Herausforderungen und Chancen unserer nahen und fernen Zukunft kann Yoga wichtige Anregungen geben.

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